Was ist deine Lebensmelodie

Ihr erinnert euch bestimmt noch an die Studie, die ich euch im letzten Blogbeitrag vorgestellt habe. Es ging darum, welchen Einfluss die Musik auf das emotionale Befinden von Profimusikern hat. Daraus abgeleitet dann meine Überlegungen, welchen Einfluss die „Musik“ unseres Umfeldes auf uns haben kann.


Wenn dieser Einfluss schon so groß ist, um wieviel größer ist dann der Einfluss der Musik, die wir uns selbst täglich vorspielen! Wir denken täglich zwischen 50.000 und 80.000 Gedanken. Sind damit permanent im Gespräch mit uns selbst, spielen uns quasi die ganze Zeit selbst verschiedene Musikstücke vor.


Jeder von uns hat Prägungen und Glaubenssätze, die wir mit uns herumtragen und die uns täglich beeinflussen. Heißt die meiste Zeit werden unsere Gedanken von diesen mitgesteuert. Immer wieder kommen Sätze automatisch hoch, die wir als Kinder oft zu hören bekommen haben und die wir irgendwann für uns übernommen haben.


Ich habe schon einmal über das Thema Fokus geschrieben. Auch unsere Gedanken bestimmen unseren Fokus. Was glaubt ihr passiert, wenn ich mir permanent erzähle, dass ich ja so ein Schussel bin und mir immer nur peinliche Sachen passieren?
Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, dass wir uns selbst beweisen, dass wir recht haben. Im Autopilotmodus wird es uns automatisch Begründungen auf Gedanken oder Lösungen auf Fragen liefern, die wir selbst denken. Heißt konkret wenn ich denke „das schaffe ich nie“ wird mein Gehirn mir tausende Erklärungen liefern, warum das stimmt. Oder wenn ich mich frage „warum passieren immer mir diese oder jene Sachen“ werde ich automatisch Antworten geliefert bekommen.
Wenn ich das ganze aber schaffe umzudrehen und andere Fragen und Gedanken zu stellen, werde ich automatisch auch darauf Antworten bekommen, um dies zu belegen. Drehen wir die Fragen einmal um. Frage ich mich stattdessen „wie kann ich das schaffen?“ werde ich definitiv andere Antworten bekommen. Ich bin dann in einem Problemlösemodus und mein Gehirn liefert mir automatisch unterbewusst Lösungsideen und Strategien, um diese Situation zu bewältigen. Oder statt zu denken „war ja klar, das mir das wieder passiert“ einfach mal denken „oh, da hab ich jetzt aber ausnahmsweise mal ein Missgeschick produziert“. Wenn die Betonung auf ‚ausnahmsweise‘ liegt, werde ich sofort tausend Dinge geliefert bekommen, wo ich in ähnlichen Situationen besser, souveräner oder weniger peinlich reagiert habe.
Wir selbst sind oft die größte Macht, die uns daran hindert, unser volles Potential auszuschöpfen und die Dinge zu erreichen, die wir uns wünschen. Weil wir uns selbst es nicht zutrauen, es nicht erlauben und damit unser Leben und unsere Handlungen selbst limitieren und uns ausbremsen.


Schon im Talmud, der die rabbinische Auslegung der jüdischen Tora beinhaltet und im 1. und 2. Jahrhundert verschriftlicht wurde, findet sich der wunderschöne und treffende Text:


Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.

Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn sie werden dein Schicksal.


Beobachte dich doch einmal selbst. Wie sprichst du mit dir? Ermutigst du dich? Oder bremst du dich aus?


Steh dir nicht selbst im Weg! Erlaube dir, dich zu bestärken und positiv über dich zu denken. Ich bin sicher du wirst überrascht sein, welchen Einfluss dieser Wechsel in deiner Gedankenwelt auf dein Leben haben wird!

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